Sprühkerzen, Burger und Parabeln

Sprühkerzen, Burger und Parabeln

Im Rahmen des Mathe-Unterrichtes haben wir, die 2D der HLW-Biedermannsdorf, ein Projekt durchgeführt. Das Ziel war es zu zeigen, dass Mathe kein monotones Von-der-Tafel-Abschreiben ist, sondern auch wirklich interessant sein kann, und um dies zu beweisen hat Elisabeth Löschberger sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sprühkerzen durch die Luft werfen. Klingt cool? Ist es auch. Aber selbstverständlich wurden die „Geschosse“ nicht ziellos in die Luft geschmissen. Nein, sie wurden während des Fluges Opfer von Fotos mit Langzeitbelichtung, um eine Kurve darauf zu erkennen. Ohne Zustimmung, quasi skandalös.

Gegen vier Uhr Nachmittag ging es los. Nachdem wir rund ein bis zwei Stunden Luftlöcher gestarrt hatten, während wir in unserem Klassenzimmer nach einer übermäßig spannenden Web-Design-Stunde warteten, war das Eintreffen von Elisabeth Löschberger eine wirkliche Erlösung. Diese kam aber nicht mit leeren Händen in unseren wundervollen Klassenraum, sondern brachte eine Menge Getränke mit. Von Coca-Cola bis Mineralwasser war alles dabei – und davon genug, dass wir auch noch in den darauffolgenden Wochen etwas zu trinken hatten.

Natürlich waren wir aber nicht deshalb länger in der Schule geblieben, um Sprite-Eistee Mischungen von unserem Barkeeper Sascha auszuprobieren – genauso wenig wie für das Luftlöcher Starren zuvor. Also – an die Arbeit!

Reinhold Wagner wartete bereits auf uns. Er wollte uns beim fotografischen Teil des Projektes Unterstützung zu bieten, die wir naaaaaaatürlich nicht brauchten. Wir doch nicht. Nachdem im Innenhof die Stative aufgestellt und die Kameras darauf befestigt waren, was schwieriger war, als es sich vielleicht anhören mag, konnte es losgehen! Oder auch nicht… denn es war noch viel zu hell. Abwarten war angesagt, aber zum Glück kam unser Klassenvorstand, Gerda Aigner, zu Besuch. Gemeinsam mit Cheeseburgern für jeden! YES!

Gestärkt und voller Tatendrang teilten wir uns in Zweier- beziehungsweise Vierergruppen auf, bereiteten die Kameras vor und begannen die Sprühkerzen durch die Luft zu werfen, um unsere Lichtkurven zu erzeugen. Mit einer Messlatte, die immer jemand halten musste – ein besonders spannender Job, kann ich Ihnen sagen –, konnten wir im Nachhinein Höhe und Distanz berechnen, aber dazu später. Die richtige Wurfhöhe und Distanz zu erwischen, war alles andere als ein Kinderspiel, aber auch der Baum in der Mitte des Hofes, den so mancher immer wieder getroffen haben soll, stellte sich als gemeingefährliches Hindernis heraus, welches aber das eine oder andere äußerst interessante Foto hervorbrachte.

Mittlerweile war es stockfinster. Die Kameras sowie das restliche Arbeitsmaterial waren schnell weggepackt und in dem weißen Kasten vor dem hintersten Informatiksaal verstaut. Jetzt geht es ans Rechnen. „Ui“ beschreibt die Stimmung vermutlich in den ersten zwei Minuten am besten, allerdings bereits nach kürzester Zeit war eine Sache ganz klar: Vielleicht ist der „mathematische Teil“ ja doch nicht so schrecklich. Ganz im Gegenteil. Das Berechnen machte „sogar“ richtig Spaß! Als ersten Schritt muss selbstverständlich ein passendes Foto, wo die Kurve gut zu sehen ist, ausgewählt werden. Als nächstes wird das Koordinatengitter an die Messlatte an das Bild angepasst. Danach wird die allgemeine quadratische Gleichung eingegeben und drei Schieberegler, für jede Variable einer, werden erstellt. Am Ende werden die Regler nun an die Flugbahn angepasst und die Ergebnisse aufgeschrieben. Fertig! Das war doch nicht so schwer, oder?

Auf jeden Fall ein gelungener Abend!

 

 

 

Timon L. L. Schiesser

Entschuldigung, Kommentare zu diesem Artikel sind nicht möglich.